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 Chronik der FF-Altgalendorf - Das Jahr 1901/1902

 

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Das Jahr 1901/1902

Generalversammlung am 14. April im Vereinslokal
Tagesordnung:
1. Verlesung des Jahresberichts
2. Rechnungsablage
3. Wahl der Ehrengerichtsmitglieder
4. Besprechung über das diesjährige Sommervergnügen

Nach Erstattung des Jahresberichtes übernimmt der Unterzeichnete das Amt eines Kassierers und Schriftführers, und den Herrn Stück und Behnke wird die Revision der vorgelegten Rechnungen übertragen, worauf dem Rechnungsführer Entlastung erteilt wird. Die bisherigen Mitglieder des Ehrengerichts werden per Acclamation wiedergewählt. Zu Punkt 4 wird beschlossen, statt des im vorigen Jahres veranstalteten Vogelschießens mit der Armbrust, das wenig Anklang gefunden hatte, ein Scheibenschießen mit anschließendem Ball zu nehmen. Der Hauptmann machte dann noch die Mitteilung, das zur Hauptübung beim Herrn Amtsvorsteher ein Plan über den Übungsort einzureichen sei. Die vorher noch abzuhaltende Übung soll nach Beschluß der Versammlung am Sonnabend 7 Uhr abends stattfinden. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles, blieb man noch eine Weile beim Glase Bier vereinigt.
Techelwitz, d. 14. April 1901
Maas

In der Korpsversammlung am 8. Juni vor dem Spritzenhaus wird für das am 16. Juni stattfindende Scheibenschießen die Musik Steffen - Oldenburg für 40 Mark übertragen. Es soll um Silbergewinne geschossen werden, wofür ein Schießgeld von 75 Pf. zu entrichten ist, wovon jedoch ein Teil für die Munition gezahlt wird. Den Scheibendienst übernahm Steiger Robien, Nanndorf freiwillig. Beginn des Schießens nachmittags 2 Uhr. Im Anschluß an diese Versammlung wurde trocken an den Geräten geübt. Das Sommervergnügen war vom herrlichen Wetter begünstigt.
Am Schießen beteiligten sich 49 Personen. König wurde Kamerad Bedei mit 34 Ringen, die der Herr Hauptmann für ihn schoß. Jeder erhielt 3 Schüsse. Der Ball verlief in fröhlichster Stimmung. Das Kreisfeuerwehrfest, an dem sich der Herr Harms und Herr Nachtigall mit ihren Damen beteiligten, fand in Grömitz statt.
Am 13. Juli wurde der Parademarsch geübt, wozu Herr Steffen seine Kapelle unentgeltlich zur Verfügung stellte. Ihm an dieser Stelle dafür unseren herzlichsten Dank! Der Herr Oberbrandmeister war zu dieser Übung eingeladen und auch erschienen. Am Schluß sprach der Hauptmann der Wehr für die exakt ausgeführten Kommandos seine Anerkennung aus, zugleich sie bittend, bei allen Übungen stets ihre Kraft einzusetzen, dann würde sie ihrem Zweck, dem Nächsten in der Not Hilfe zu leisten, immer besser genügen zu können.
Dann ging es mit Musik nach den Vereinslokal zum Kommers, bei welchem die Kapelle konzertierte.
Weil auch das zarte Geschlecht in stattlicher Zahl vertreten war, wurde auf Vorschlag einiger tanzlustiger Mitglieder, nachdem der Amtsvorsteher in liebenswürdigster Weise dazu die Genehmigung erteilt hatte, Tische und Bänke schleunigst an die Luft expediert und noch bis 11.30 Uhr das Tanzbein geschwungen. Leider verlief vielen diese Zeit gar zu schnell.
Am 27. Juli wurde die Wehr alarmiert. Auf der Wiese des Hufenpächters H. Hopp in Wandelwitz standen ca. 30 Fuder Stroh in Flammen, entzündet durch einen dort auf Besuch weilenden Hamburger Knaben, der mit Streichhölzern gespielt hatte. Weil bei der günstigen Windrichtung keine Gefahr für die Nachbargebäude vorlag und vom brennenden Stroh doch nichts zu retten war, so wurde von der Dorfschaft jede nachbarliche Hilfeleistung abgelehnt, weshalb unsere Wehr nahe vor dem Dorfe eine Kehrtwendung machen mußte.
Abermals erscholl das Feuerhorn am 14. September, morgens um 7 Uhr. Es brannte in Kröß eine am Putloser Steige liegende Vierwohnungskate. Wiederum war unsere Wehr die erste auf der Brandstätte. Von dem starken Nordwestwind war auch ein zweites Haus entzündet worden. Leider mußte infolge des Wassermangels unsere Spritze schon um 9 Uhr ihre Tätigkeit einstellen, die Oldenburger hatten garnicht in Funktion treten können. Trotzdem aber gelang es, ein Stallgebäude, dessen Dach bereits brannte, und fast sämtliche Habseligkeiten der fünf obdachlos gewordenen Familien zu retten.
Am 29. September inspizierte der Vorstand der Kreisfeuerwehr die hiesige Wehr. Für ihre exakten Leistungen wurde ihr vom Vorsitzenden Herrn Sievert - Lensahn eine Anerkennung zu teil. Zu dieser Übung war die gesamte Oldenburger Wehr mit Musik erschienen. Der Übung schloß nsich ein Kommers an, der in fröhlichster Stimmung verlief. Zu Beginn desselben machte der Herr Kreisvorsitzende Mitteilung über die neuesten Achselstücke und Armabzeichen für die polizeilich anerkannten Freiw. Feuerwehren der preuß. Monarchie, die lt. allerhöchster Kabinetts-Order vom 30.07.1900, bis zum 1. April 1904 einzuführen sind. Seine Ausführung schloß er mit einem Hoch auf den um die Feuerwehrsache verd. Provinzialvorsitzenden Herr Mordhorot, Glückstadt. Dem Kommers folgte ein Tanz bis 12.30 Uhr, wozu der Herr Oberbrandmeister in freundlicher Weise die Genehmigung erteilte. Erst nach Mitternacht rückte die Oldenburger Wehr, die viel zum Gelingen des Festes beigetragen hatte, in fidelster Stimmung wieder ab.
Am 19. Oktober, abends zwischen 7 und 8.30 Uhr, rötete heller Feuerschein den südlichen Himmel, bei Altgalendorf brannten einige Strohdiemen des Hufners Kohlschen. Nachdem die Spritze in Tätigkeit gesetzt war, kam man bald zu der Überzeugung, daß von dem Stroh doch nichts mehr zu retten sei und die Gebäude nicht gefährdet waren, so stellte die Wehr ihre Tätigkeiten ein. Als die 50 Fuder vollständig in Asche gelegt waren, konnte man um 12 Uhr abrücken.
Am 24. Oktober 6 Uhr abends, zeigte sich im Osten Feuerschein. Es brannte das Wohnhaus des Hufners Grapengeter in Neurathjensdorf. Weil uns aber die Nachricht überbracht wurde, daß abermals Strohdiemen brennen sollten, so wurde nicht ausgerückt.
Durch Zufall hatte man erfahren, daß am 1. Dezember die silberne Hochzeit unseres Spritzenmeisters, Herrn Nachtigall sei. Dem um die Wehr sehr  verdienten Manne wurde darum am Vormittag des gen. Tages 1 Stammseidel und 1 Teebrett vom Vorstand überreicht.
Am 3. Dezember, abends, fand abermals eine Alarmierung der Wehr statt. Es wurde allgemein angenommen, daß es in Giddendorf brenne. Bei Nanndorf erkannte man, daß es viel weiter entfernt sei, weshalb umgekehrt wurde. Am nächsten Tag erfuhr man, daß die neue Ziegeleianlage auf Rosenhof teilweise ein Raub der Flammen geworden sei.

Die Jahresrechnung ergibt:
Einnahme:                  218,73 Mark
Ausgaben:                  148,00 Mark
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Kassenbestand:            70,73 Mark
Techelwitz, den 13. April 1902
Maas, Schriftführer

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