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 Chronik der FF-Altgalendorf - Gründungsjahr 1897

 

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 Gründung der freiwilligen Feuerwehr Altgalendorf im Jahr 1897

Tätigkeit der neuen Wehr im Sommer 1897
Schon vor der vollen Ausrüstung begann der Hauptmann mit dem Einexerzieren der Freiw. Feuerwehr. Die erste Übung fand am 9. Mai statt. Nach erfolgter Ausrüstung fand am 27. Juni die zweite Übung statt. Diesmal trat auch der Pfeifer- und Trommlerchor in Aktion und es zeigte sich auch hier, wie überall, ein fröhliches Vorwärtsstreben. Den 10. Juli war die 3. Übung.
Den Mittwoch darauf, am 14. Juli wurde die Wehr alarmiert. Am nordöstlichen Himmel stieg in der Richtung über Dazendorf eine große Rauchsäule empor. Dem Anschein nach mußte in Dazendorf das Feuer sein. In kurzer Zeit war die Spritze zum Abrücken fertig, aber bald zeigte es sich, daß das Feuer sehr weit weg war und die Wehr konnte wieder umkehren und abrücken.
Aber schon am 18. Juli erscholl abends um 11 Uhr das Feuerhorn und rief die Mannschaft zu ernster Arbeit zusammen. Diesmal brannte es auf dem Gewese des Landmannes P. Storm in Techelwitz. In kurzer Zeit war die Spritze in Tätigkeit und sandte ihre Strahlen in das ungeheure Flammenmeer der riesigen Scheune. Zu retten war dieselbe natürlich nicht. Gefahr war keine im Verzuge bei dem abstehenden Wind. Trotzdem sich die Freiw. Feuerwehr durch die Schnelligkeit mit der sie auf der Brandstätte erschien und durch die angestrengste Tätigkeit beim Brand selbst ausgezeichnet hatte, wurde sie doch von dem Herrn Oberbrandmeister N. Ochsen öffentlich beschimpft.
Dieses empörte sehr, wie überhaupt das ganze Auftreten des Oberbrandmeisters. Der Unwille der die ganze Wehr ergriffen hatte, zwang den Vorstand gegen den betreffenden Herren beim königl. Landrat klagbar zu werden. Der Streit wurde schließlich dadurch beigelegt, das der Amtsvorsteher in Gegenwart seines Stellvertreters und des Hauptmanns, beim königl. Landrat erklären mußte, von jetzt an das Wohl der Freiw. Feuerwehr nach allen Richtungen hin fördern zu wollen.
Am 12. September fand die 4. Übung statt. Die 5. Übung wurde für den 7. Oktober anberaumt. Zu dieser erschien der Herr Feuerlöschinspektor Wernick aus Kiel.
Am 16. Oktober fand die 6. Übung statt. In der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober wurde die Wehr alarmiert.
Es brannten Strohdiemen auf dem Hofe des Herrn Hopp in Wandelwitz. Dem energischen und schnellen Eingreifen der Wehr ist es zu danken, daß das Feuer bald eingedämmt wurde.
Nicht lange nachher sollte die junge Wehr abermals revidiert werden. Diesmal von dem Herrn Feuerlöschinspektor in Gemeinschaft mit dem Herrn Landrat. Diesesmal äußerte sich der Feuerlöschinspektor lobend über die Fortschritte in den Exercitien und die gute Befolgung seiner Anordnungen und praktischen Winke.
Am 9. Januar fand die letzte Übung im Rechnungsjahr 1897/98 statt. Ein Rückblick zeigt uns die Wehr in ihrem Werden und ihrer ersten Entwicklung. Wie die Geburt, so war auch ihr erster Lebensweg keineswegs angenehm und leicht, auch die Zukunft weissagt ihr nicht immer den besten Sonnen-schein. Aber eines steht fest: Ihre Lebenskraft und Zähigkeit hat sie aufs glänzenste bewiesen. Die Zahl der Freunde und Gönner hat sich gemehrt und an aktiven Mitgliedern ist sie gewachsen, von denen aber eines durch Spruch des Ehrengerichts aus der Wehr entfernt werden mußte (24.10.97). Not aber tut ihr vor allen Dingen der feste Zusammenhang seiner Glieder wie bisher. Die Einigkeit und brüderliche Nächstenliebe, als deren Ausfluß ja das ganze Unternehmen anzusehen ist, darf keine kleinliche Selbstsucht, keine Überhebung und keinen gefährlichen Lokalpatriotismus aufkommen lassen. Einigkeit und mutiges Weiterstreben zur größeren Vervollkommung soll die Lösung sein immerfort.

                J. Waller                       J. Harms
              Schriftfüher                   Hauptmann

 

Übersicht über die Jahresabrechnung 1897/1898

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Impressum


 A. Einnahmen

Beihilfe aus der Kasse der großh. Güteradministration           100 Mark
Beihilfe seitens der Provinz                                                    215 Mark
Mitgliedsbeitrag                                                                      93 Mark
Strafgeld                                                                                   5 Mark
Geschenk von Herrn Langhold                                                10 Mark
Geschenk von Herrn Nachtigall                                               15 Mark
Geschenk von Herrn Harms                                             120,42 Mark
Gratifikation von der Elberfelder Gesellschaft                           20 Mark
Geschenk von der lust. Skat- u. 15 Schneiderpartie Altg.           2 Mark

 

Summe:                                                                            580,42 Mark

 B. Ausgaben

An Portoausgaben                                                      2,10 Mark
Jahresbeitrag an die Kasse in Lensahn                       12,35 Mark
Für Feuerwehrzeitung                                                  7,00 Mark
Protokolle, Übungsanordnungen u.s.w.                        5,00 Mark
Statuten                                                                    20,00 Mark
Musikinstrumente                                                      17,70 Mark
An Steffen für gelieferte Musik                                   45,00 Mark
An Preise für eine Bowle                                             5,00 Mark
Für Ausrüstungsgegenstände und Schneiderlohn       416,37 Mark
An den Schriftführer für Papier, Karten, Porto
und Botenlohn                                                             1,75 Mark

Summe:                                                                    532,27 Mark

Gesamt Einnahme:                                                     580,42 Mark
Gesamt Ausgabe:                                                      532,27 Mark

Kassenbehalt:                                                              48,15 Mark

Altgalendorf  d. 31. März 1898
J. Waller, Rechnungsführer

 

Original der Jahresabrechnung 1897/1898 im Scan

 

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